Das Legoland Kinderparadies

Veröffentlicht von Timo Gerber auf

Der Auftakt unserer Coaster Summer Tour 2021 fand im Legoland Billund statt. Trotz Coronaauflagen konnten wir einen unbeschwerten Tag in diesem sehr kinderfreundlichen Park erleben.

Da wir an einem Montag den Park besucht haben, mussten wir uns diesen mit nur wenigen anderen Besuchern teilen. Schon auf dem Parkplatz fanden wir mit unserem Wohnmobil schnell einen geeigneten Stellplatz.

Die Organisation am Einlass war perfekt! Erst die Coronatestzertifikate checken, dann das Ticket einscannen. Es macht immer Sinn die Tickets vor dem Besuch online zu buchen. Man muss sich dann nicht in einer langen Warteschlange einreihen und meist gibt es auch noch ein paar Prozente Rabatt.

Im Park haben wir uns dann erst einmal auf die RollerCoaster gestürzt. (Erst die Counts und dann das Vergnügen…) Mit der Drachenbahn, die streng genommen ja eigentlich gar kein echter RollerCoaster ist, sind wir dann auch gleich 2 Runden gefahren. Wir konnten einfach sitzen bleiben. So etwas lieben wir Coaster-Buddies!

Nach dieser Fahrt erspähten wir auch schon die nächsten Schienen. Und diesmal ist es ein echter Coaster. Mit Reibradantrieb geht es zügig auf den Tophead des „Flying Eagle“ hinauf. Ein Zieret Force von 2018. Macht echt Spaß! Auf dieser Bahn war dann auch schon mehr los. Trotzdem mussten wir sofort noch einmal fahren.

Dann haben wir uns gehörig im Park verlaufen. Bei der Orientierung konnte dann auch nur der Parkplan helfen. Unser Ziel waren die noch 2 verbliebenen Coaster.

Der Polar X-Press ist dann schon mehr unser Kaliber. Auch von Zierer gebaut ist die Bahn mit knapp 500m Strecken Gesamtlänge recht kurz. Aber eine Überraschung hält die Bahn dann doch für uns bereit. Nach ca. 2/3 der Strecke bleibt die Bahn unvermittelt in einer „Eishöhle“ stehen. Hinter der Bahn wird ein Tor geschlossen und der gesamte Zug „stürzt“ mit uns in die Tiefe. Nur kurz und nicht all zu weit. Dennoch mit einem tollen Kick in die Magengrube. Die Bahn dürfte noch ein wenig länger sein, denn wenn das Legoland gut besucht ist, dann fährt die Bahn mit 850 Personen pro Stunde nicht sonderlich viele Gäste weg. Und wenn man dann für die relativ kurze Strecke mal locker eine Stunde warten darf, dann macht das nicht wirklich Spaß. Für uns Coaster- Buddies ist diese Bahn das Highlight des Parks. Doch in die Tip Ten schafft sie es nicht. Dafür ist die zu kurz und zu simpel aufgebaut.

Bei einer unserer Wiederholungsfahrten spricht uns einer der Ride-Ops an: “Ihr müsst unbedingt mit der neusten Attraktion 2021 fahren: Emmets Flight“ Das monströse Gebäude ist ins schon aufgefallen. Ich ahne schon was das sein könnte: Ein Flying Theater. Und Bingo! – Es ist ein tatsächlich ein solches Flying Theater. Ich kenne das aus dem Europapark. Auch dort hat mir die Technik sehr gefallen. Hier im Legoland ist das ganze im Lego Movie Parkteil zu finden und somit trifft man halt auch die Figuren aus dem Lego Movie wieder. Hier wird natürlich nur in dänischer Sprache gesprochen, aber eine Story ist in solch einem Theater eh überbewertet. Man sitzt mit ca. 10 Personen in jeweils einer Reihe. Dann fährt diese Reihe in eine Halle mit einer gebogenen und überdimensionalen Leinwand. Auf dieser Leinwand wird dann eine Flugsimulation abgespielt. Die Sitzreihe bewegt sich entsprechend der Flugmanöver. Man muss es erlebt haben, denn solch ein Flying Theater hat nichts gemein mit den altbekannten Simulatoren, die man von der Kirmes kennt. Nein hier hat man wirklich das Gefühl zu fliegen. Wind- und Nebelmaschinen verstärken den Effekt noch weiter. Cooles Fahrgeschäft. Aber auch hier vermute ich lange Wartezeiten, wenn der Park sehr voll ist. Bei den paar Besuchern haben wir gut 20 Minuten warten müssen, bis unser Flug gestartet ist. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Legolands in Billund schon wegen diesem Fahrgeschäft.

Nun fehlt nur noch der Wilde Maus Clone „X-Treme Cars“. So unspektakulär so bekannt, wie alle diese Bahnen. Allein die Wagen in der Optik von Lego Technik können überzeugen. Eine Fahrt muss uns dann auch reichen.

Wir haben danach eine kleine Mittagspause eingelegt. Zubereitetes Essen in Dänemark ist ja nie günstig und in einem Freizeitpark dann natürlich schon mal doppelt nicht. Aber dafür waren die Fish & Chips sehr frisch zubereitet und auf hohem Niveau.

Jetzt erkunden wir den Rest des Parks und vor allem die Wasserbahnen und den Dark Ride. Tolle Bahnen, die man bei einem Besuch immer mitnehmen sollte. Aber meist doch eher normale Kost bieten.

Ein Lego Highlight für einen Lego Fan wie ich einer bin, ist natürlich das Miniland. Hier sind verschiedene Städte und besondere Gebäude aus Lego nachgebaut. Meist sind diese Bauten auch schon recht alt. Und das sieht man bei einigen auch recht deutlich. Andere wiederum sind gut in Schuss. Aber ich freue mich besonders über Details wie eine echt funktionierende Schleuse, in die dann auch ein Schiff ein- und wieder ausfährt. Aber wir sind schon recht gut gefüllt mit Eindrücken, so dass wir nur durch diesen Bereich schlendern.

Zum Abschluss besuchen wir noch das 4D Kino. Hier werden 3 wechselnde 3D Filme gezeigt. Die 4. Dimension ist halt eine Windmaschine und etwas gespritztes Wasser. Der Film aus der Lego City Welt kann uns aber überzeugen. Tolle Effekte und sogar eine kleine Story. Aber witzige Filme kann Lego ja sehr gut!

Die letzte Überraschung erleben wir dann in der Atlantis Attraktion! In Kooperation mit Sea Life ist hier ein sehr großes Aquarium aufgebaut in dem allerlei Meeresbewohner sich tummeln. Haie, Rochen und andere bemerkenswerte Tiere können wir hier beobachten. Und der Tunnel direkt durch das Becken ist der absolute Höhepunkt. Wenn so ein 2 m Manta Rochen über deinen Kopf hinweg gleitet, dann sieht das schon sehr erhaben aus. Das war ein tolles Erlebnis zum krönenden Abschluss.

Alles in allem ist der erste Tag unserer Coaster Tour bei schönstem Sonnenschein ein guter Auftakt gewesen. Doch als Fazit gibt es doch so einige negative Kritikpunkte, die ich hier kurz skizzieren möchte:

Es ist doch ein Lego Park, oder? Ich finde das viel zu wenig mit den aktuellen Themen von Lego „gespielt“ wird. Das sie das können, beweisen sie im nagelneuen „Lego Movie“ Parkteil. Hier sind 1 m große Legofiguren aus den Lego Movies am Wegesrand aufgestellt und diese, wie auch die gesamte Kulisse ziehen mich in diese Welt. Der Rest des Parks aber leider nicht! Klar taucht hier und dort mal eine aus Lego gebaute Figur auf, aber diese entfaltet keinen Zauber. Dabei hätte der Park so viel Potential. Für Kinder ist der Park natürlich klasse. Doch Lego will ja auch mehr und mehr die Erwachsenen ansprechen. Da sollte hier doch noch einiges investiert werden. Der Eintritt ist mit 50 Euro dann auch echt happig. Vergleichbare Preise haben hier der Europapark und das Phantasialand. Aber diese haben Welten, in die man direkt eintauchen will. Und das ganz ohne Legofiguren. Aus meiner Sicht, ist der Eintritt gerade mal 30 bis 35 Euro wert. Für mehr Euronen Eintrittsgeld müsste der Park in ausgefallenere, innovativere Attraktionen und/oder schönere Erlebniswelten investieren.

Und dann noch ein Wort zum Lego Shop: Das ist der wohl uninspirierteste Lego Store in dem ich je war. Riesige Fläche aber ich hatte hier überhaupt keine Lust auch nur einen Euro für die überteuerten Legosets auszugeben. Nicht ein einziges Modell war hier aufgebaut. Die Legobausteinwand, bei der man sich selbst seine Bausteine zusammenstellen kann war so klein, das wir sie suchen mussten. Nein Lego! In eurem Home Park, an eurem Hauptsitz, nur ein paar Meter vom Lego House (Home of the Brick) darf ich deutlich mehr für mein sauer verdientes Geld erwarten. Sets kann ich für das gleiche Geld auch im Internet Online bestellen. Ich erwarte als Eintritt zahlender Lego Fanboy, dass mir die Füße geküsst werden und ich mich über jeden ausgegebenen Euro freue. Es mir also Spaß macht mein Geld für eure Produkte auszugeben. Stattdessen fühle ich mich hier wie eine gemolkene Kuh. Nö! Das könnt ihr besser. Der Lego Store in Berlin ist da ein gutes Beispiel!

Zurück zum Park: Wenn Familien Rabattmarken einlösen können, dann ist das Legoland allein mit seinem Miniland sicherlich für die ganze Familie ein tolles Erlebnis. Dennoch würde ich jeder Familie der es um die Kreativität mit Legobausteinen geht, raten eher einen Tag im nahegelegenen Lego House zu verbringen. Hier kann man nach Herzenslust mit den Bausteinen zu den unterschiedlichsten Themen kreativ werden. Der Freizeitpark hingegen greift das eigene Potential nicht wirklich auf. Aber Spaß hatten wir trotzdem.


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