Kopenhagen Tivoli

Veröffentlicht von Timo Gerber auf

Freitagabend vor dem Tivoli

Mini Coaster Tour: Kopenhagen Tivoli

Im Mai 2019 sind Knut und ich relativ kurzentschlossen nach Kopenhagen gereist, um dort den Tivolipark und Bakken zu besuchen. Beide Parks versprechen einige Rollercoaster und somit Punkte für unsere Coaster-Counts.

Wir haben schnell eine Herberge via Aibnb gesucht und ein Appartement gefunden. Freitag-Nachmittag nach der Arbeit sind wir dann ins Auto gesprungen und rauf auf die Autobahn. Gegen 18 Uhr haben wir die Schlüssel für das Appartement bekommen und sind sofort bei leichtem Nieselregen auf die Piste. Wir wollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus der Vorstadt in die Innenstadt, um am Abend den Tivolipark Kobenhagen zu erleben.
Mit google-Maps sollte das ja kein Problem sein. Und die Dänen kennen ja auch das Mobile-Payment, so dass wir keine dänischen Kronen bräuchten. Allerdings war der anrauschende Bus doch schon so betagt, dass nur mit Bargeld bezahlt werden konnte. Das hatten wir aber nun leider nicht. Der Busfahrer hatte aber ein Einsehen mit uns und hat uns eine Karte bis zum nächsten S-Bahnhof „geschenkt“. Was für eine tolle Geste. Ich liebe Dänemark!!!
Im S-Bahnhof haben wir uns dann eine Fahrkarte für die Fahrt in die Innenstadt mit der Kreditkarte gezogen.

Im Hauptbahnhof angekommen, war dann der Weg in den Tivolipark nicht mehr weit: Der Eingang des Parks liegt direkt auf der anderen Straßenseite vom Haupteingang des Bahnhofs.
Zuerst haben mich die langen Schlangen vor den Kassen etwas erschreckt. Doch dann bemerkte ich, dass viele der Gäste sehr fein gekleidet waren. So gekleidet wollen die wohl kaum in Achterbahnen einsteigen. Und genau so ist es auch gekommen. An diesem Abend stand nämlich noch ein Hip Hop Konzert auf dem Programm. Die Leute wollen also einfach nur vor eine Bühne. Gut so! Dort stören sie uns dann nicht so sehr 😉

Der Eintritt ist mit knapp 12 Euro doch recht teuer, wenn man bedenkt, dass man damit gar nichts fahren kann. Aber wir haben uns ausgerechnet, dass wir ja nur 3 Stunden Zeit haben und somit eh keine Wiederholungsfahrten schaffen können. Also haben wir uns jeder 3 Coupons zu je 30 Kronen gekauft. Stehen ja auch 3 Bahnen im Park. 30 Kronen sind ungefähr 3,50 Euro. Damit ist solch eine Fahrt ja gar nicht so teuer. „Was erzählen die Leute eigentlich immer, wenn sie sagen, dass Dänemark so teuer sein soll?“ – dachten wir so bei uns…

Gleich am Eingang steht die über 100 Jahre alte Holzachterbahn „Rutschebanan“. Diese fährt noch mit einem Bremser. Der Bremser steht in der Mitte des Zuges und sorgt dafür, dass der Zug nicht zu schnell wird. SO ersetzt er die Blockbremsen von modernen Bahnen.
Diese Holzachterbahn kommt also als erste Attraktion unserer Tour dran. 2 Coupons drück ich dem Typen am Eingang in die Hand und Knut und ich gehen schnurstracks vom Eingang direkt zum wartenden Zug. Rein in die Bahn, die kurz vor dem Start steht und ab geht der wilde Ritt.
Der Zug biegt gleich stark links in einen Tunnel ein und wird dann erstaunlich schnell in die Höhe gezogen. Dann geht es in vielen engen Kurven recht zügig wieder nach unten. Und immer wieder nach oben und nach draußen. Eine recht einfach gestaltete Berglandschaft zieht an uns vorüber. Die Fahrt macht einen mordmäßigen Spaß. Wir Juchzen und Kreischen. Das Ding rockt einfach.

Über 100 Jahre alt: Rutschebanan

Wir wollen aber nicht lange verweilen und ziehen weiter. Denn wir wissen, dass noch der Floorless-Coaster der Firma B&M „Dämonen“ im Park auf unsere Entdeckung wartet. Wir orientieren uns anhand des Parkplans und finden die Bahn relativ schnell.
Doch genauso schnell bemerken wir, dass irgendwie keine Züge vorbei rollen. Meine Miene verfinstert sich zusehends.
Um den Eingang zu finden, müssen wir doch etwas suchen, denn dieser liegt gut versteckt in dem chinesischem Bereich unter einer „Überführung“. Dort sitzt auch eine Dame, die unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Bahn ist „down“ und sie wisse auch nicht, ob sie heute überhaupt noch fährt.
Ich hätte heulen mögen. Einen „Lost Count“ findet wohl kein Coaster-Buddy toll. Und wenn man aus der Ferne anreist, dann ist das umso ärgerlicher.

Also suchen wir nach der dritten Bahn und finden sie auch recht schnell in der Nähe von Dämonen. Dieser kleine Familycoaster fährt tatsächlich 5 Runden für seine 3,50 Euro. Das ist schon ganz ordentlich. Wenngleich wir das Ding auch nur für unseren Count fahren.

5 Runden mit Kamelen

Da „Dämonen“ wohl nicht mehr öffnen wird, „verjubeln“ wir unseren letzten Coupon für einen Darkride mit den Püppchen aus den unzähligen Märchen von Hans Christian Andersen. Recht hübsch gemacht, liegt der Ride im Keller des Parks und ist ziemlich lang. Wenngleich die Geschichte auf dänisch erzählt wird und wir nur einige Wörter verstehen. Aber die Figuren und Szenen sind so gut, dass wir viele Märchen auch ohne Kommentar erkennen können.

Danach bemerken wir eine Veränderung an der Bahn „Dämonen“. Einer der Züge steht nun im Bahnhof. Zuvor standen beide Züge vor dem Bahnhof. Auch gibt es Betriebsgeräusche… Yeah! Mein Schritt wird schneller. Wir gehen wieder zur Kasse der Bahn und dort sitzt nun ein anderer Angestellter, der uns tatsächlich erzählt, dass die Techniker am werkeln sind und es wohl in er nächsten halben Stunde noch einmal losgehen könnte. 
Wir entscheiden uns diese Zeit für einen kleinen Snack zu nutzen. Im chinesischen Bereich gibt es eine Burgerbar direkt unter dem Einstig zu Dämonen. Dort haben wir dann einen guten Ausblick, ob und wann die Bahn wieder startet. Und kaum ist der Burger geliefert, da öffnen die Techniker nach einer Testfahrt die Tore. Nun muss das Brötchen aber schnell vertilgt werden, damit wir noch schneller in die Bahn kommen.

Aber wir haben ja gar keine Coupons mehr. Also laufen wir ein drittes Mal zur Kasse und ich bestelle die Coupons für eine Fahrt für 2 Personen und staune nicht schlecht, dass wir 180 Kronen zahlen sollen. Mein Fragezeichen wurde von dem Kassierer schnell erkannt und er deutete auf ein Schild, auf dem eine deutliche Erklärung steht, dass man 3 Coupons für eine Fahrt benötigt. Ups!!!

Ist mir egal. Jetzt wird hier nicht geknausert. Ich will das Ding fahren und Knut auch. (180 Kronen = ca. 24 Euronen!!!)

Die Warteschlange ist noch nicht lang und so sitzen wir recht schnell in den bequemen Sitzen der B&M Coasters. Selbstverständlich nehmen wir in der letzten Reihe Platz, denn hinten ist’s ja schneller…

Die Fahrt ist leider recht kurz für das Geld. Aber das Fahrverhalten ist ein wahrer Hochgenuss. Mit einem Ride-Pass für den Park, würde man mich aus dem Teil nicht wieder herausbekommen. Zusätzlich zu der nun geöffneten Bahn, ist nämlich noch die Wolkendecke aufgerissen und wir erleben den Park und somit auch diese Fahrt in Dämonen bei dem rötlichen Schein der untergehenden Sonne. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis. 

Nach der Fahrt machen wir noch viele Fotos von dem wunderschönen Park und erfreuen uns an dem abendlichen Sonnenschein, der den gesamten Park zum leuchten bringt.

Alles in allem ist der Kobenhagener Tivoli ein schöner Park. Aber Dänemark ist nun mal ein teures Pflaster, wenn man sich keinen Ridepass leisten will. Wir empfehlen somit jedem Besucher, der mit Dämonen fahren möchte sich einen solchen Pass zu gönnen.

Zum Abschluss fahren wir dann noch einmal in der Rutschebanan. Dann geht es mit der S-Bahn und dem Bus durch die Vorstadt von Kobenhavn. In unserem Appartement genießen wir noch einen schönen Whisky als Schlummertrunk und freuen uns auf den kommenden Besuch im Park Bakken.

Kategorien: Tivoli Kopenhagen

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