Erst Erdbeerhof, dann Erlebnisdorf jetzt Freizeitpark! Solch eine Wandlung machen jetzt die „alten“ Erdbeerhöfe durch. Und eine Achterbahn in so einem „Familienpark“ ist da natürlich mal eine Ansage.
Zumal es die erste Achterbahn im Umland von Berlin ist, die aktiv betrieben wird. Kurz nach der Eröffnung bin ich das Teil gefahren und muss gestehen, dass auch eine Familienachterbahn richtig viel Spaß machen kann.

Am 30. April sind wir mit Freunden ins Elstal aufgebrochen und über Schleichwege haben wir den Freizeitpark langsam umkreist, um dann auf dem letzten Parkplatz gaaaanz hinten unser Auto abzustellen. Der Park war an diesem Brückentag extrem gut gefüllt und das Karls Erlebnisdorf hat bestimmt einen super Umsatz eingefahren.
Das es sich um einen Familienpark handelt, bekommt man schon aus der Ferne zu hören. Das Gejohle und Gekreische der Jüngsten ist weithin zu hören. Was fehlt, ist das typische Mädchen Gekreische, wenn eine Achterbahn ins Tal stürzt. Und so bin ich erst etwas irritiert. Taugt die Achterbahn K2 etwas? Man hört ja gar nichts…
Am Eingang stellen wir uns erst einmal in die Schlange, nur um zu erfahren, dass der Eintritt in den Park grundsätzlich frei ist. Wow, das nenne ich mal spendabel. Denn unsere Frauen wollen ja auch gar nicht fahren. Wir werden aber auch gleich darauf hingewiesen, dass die Wartezeit für den Roller Coaster extrem lang sein kann. Aber ich will diesen Count haben und jetzt wo ich schon mal hier bin trennt mich auch keine Warteschlange mehr von der Bahn.

Wir gehen also straight zur Bahn und dort sagt uns ein freundlicher Mitarbeiter, dass die Wartezeit um die 120 Minuten beträgt. Unsere Frauen stimmen zu, denn sie haben viel in dem Dorf zu entdecken (es sind ausreichend Shoppingmöglichkeiten im Park vorhanden 😉) . Mein Freund und ich zahlen die 4,50 Euro pro Person und stellen uns brav hinten in die Schlange. Doch wer jetzt erwartet, hier durch einen normalen Wartebereich geschleust zu werden, der irrt. Man betritt ein Gebäude, das so liebevoll ausgestattet wurde und man meint die Bewohner haben gerade die Zimmer verlassen. Überall gibt es etwas zu entdecken. Auch sind Monitore verbaut, die kurzweilige Filmchen einspielen. Besonders gut hat mir der Screen gefallen, der auf einer Wanne so positioniert ist, dass man den Eindruck hat, es würden Kartoffeln in einer Wanne mit Wasser liegen. Dann kommt eine Hand, greift sich eine Kartoffel und schrubbt diese ab. Das geschieht dann natürlich als Dauerschleife. So etwas liebe ich und kann mich kaum satt sehen. Und wieso Kartoffeln? Ja, das ganze Gebäude steht unter der Thematisierung zur Herstellung von Kartoffelchips. Man läuft also quasi durch eine Manufaktur die Kartoffelchips herstellt. Und sicherlich auch andere Dinge, wie Kartoffelschnaps (das passiert natürlich in den Ecken, die nicht so einfach einzusehen sind). Wir haben auf jeden Fall Spaß mit den anderen wartenden Besuchern in den tollen Räumen. Wenn man das erste Mal diese Bahn fahren will und sich durch den Wartebereich steht, dann kann man auch gar nicht erfassen, wie lang die Warteschlange eigentlich noch ist, denn die Räume sind eher klein und hinter der nächsten Ecke ist immer noch keine Bahn zu sehen, sondern nur der nächste Raum.

Doch dann kommt der Eingang zur Achterbahn. Ein Zug besteht aus 2 Wagen, in denen man hintereinander Platz nimmt. Und hier wird auch klar warum man soooo lange warten muss:
Gerade Familien sind nicht unbedingt geübt, wenn es um das Einsteigen in eine solche Achterbahn geht. Alle Kinder und Eltern müssen sorgsam eingewiesen werden. Und neben einem Haltebügel, muss man sich auch noch anschnallen. Gerade dieser Vorgang kann schon mal etwas länger dauern. Und so dauert die Abfertigung schon einmal bis zu 2 Minuten. Rechnen wir nach: 60 Minuten /2 x 4 macht 120 Mitfahrer pro Stunde. Das ist nicht viel. Und das zeigt auch, warum man so selten die Mädels Juchzen hört… Ok, die Rechnung ist stark vereinfacht, aber selbst, wenn man eine Minute Abfertigung heranziehen würde, sind 240 Personen pro Stunde nicht viel. Und an diesem gut besuchten Brückentag, sind 200 Leute pro Stunde wirklich wenig. Und so kommt es, dass wir geschlagenen 2,5 Stunden warten müssen, bis wir endlich in unserem Wagen sitzen. Nun aber!

Ein kurzes Geplänkel mit den „Ride Ops“ und auf geht’s…
Eine Tür öffnet sich vor uns und wir fahren in ein Kellergewölbe. Hier sind Schattenspiele zu beobachten. Eine Katze, die Mäuse jagt? Es geht zu schnell an der Szene vorbei, um sie richtig wahrzunehmen. Das muss man wohl öfter fahren, um alles zu sehen. Dann geht die nächste Tür auf und wir fahren ins Dunkel… Yeah! Und Ups, es geht abwärts. Im Dunkeln ist das natürlich ein sau guter Effekt. Dann fahren wir auf den Lift zu und wir nehmen das Außenlicht wahr. Jetzt entdeckt mein Kumpel an der Decke, dass wir scheinbar unter einem Kartoffelfeld durchfahren, denn hier hängen Kartoffeln und ihre Wurzeln aus dem Boden herab. Coole Szene. Ich staune. Echt gut gemacht. Recht zügig geht es nach oben und wir fahren in die Sonne! Dann eine leichte Kurve und ab geht’s. Schnell, sehr schnell für einen Family Coaster, aber sanft. Sehr Sanft. Eine echt gut gemachte Helix über die Köpfe der Besucher hinweg und dann wieder nach oben in eine sanfte Bremse. Ich bin ehrlich, ich habe in der Bahn diese Blockbremse gar nicht bemerkt. Erst als ich später die Bahn von außen fotografiert habe, habe ich gesehen, dass die Wagen abgebremst werden. Nach dem Turm geht es wieder abwärts in ein paar tolle drückende Kurven. Mit einigen kleinen Umschwüngen. Dann ist Schluss. Aber auch hier geht es in eine wirklich sanfte Bremse. Solche Bremsen machen echt Laune und sorgen sicherlich dafür, dass schon Kinder ab einer Größe von 100 cm mitfahren dürfen. Nach der Bremse kommt noch ein kleiner Lift, der uns in den Bahnhof zurück führt.

Die Bahn rockt echt! Ja, dieser Family Tube Coaster macht richtig Spaß. Nur die lange Wartezeit hält uns davon ab, noch einmal diese Bahn zu fahren. Aber wenn wir den nächsten Besuch bei unseren Berliner Freunden starten, dann werden mein Kumpel und ich diese Bahn wieder fahren! Denn 4,50 Euro ist der Eintritt für diese Bahn wirklich wert.
Zur Ergänzung: Eine Tageskarte für alle kostenpflichtigen Attraktionen ist mit 12 Euro auch nicht zu viel. Kann man mit dieser Karte doch den ganzen Tag so viel Fahren wie man will und schafft. OK, sicherlich nicht an einem Brückentag 😉
Was ich aber noch besser finde: Für 33 Euro kann man ein Jahr lang alle Attraktionen fahren und das sogar in allen 6 Erlebnisdörfern. Das ist ja mal der Hammer. Also wenn dieser Karl noch weitere Achterbahnen dieser Qualität baut, dann bin ich dabei.

Wer also in der Nähe von Berlin sein sollte, der muss dieser Bahn einen Besuch abstatten. Viel Spaß…


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